Home


Theresa Gondorf über ihre Arbeit:

„Mein übergeordnetes Ziel ist es, in meiner Kunst die perfekte Balance zu finden: genau die richtige Menge an Reizen zu bieten, ohne zu überfordern oder langweilig zu werden.

Als hochsensible Person (HSP) – ein Begriff für Menschen mit einem besonders sensiblen Nervensystem – nehme ich, ebenso wie andere Hochsensible, oft Details wahr, die anderen entgehen. HSPs reagieren zudem häufig stärker auf Emotionen und erleben Empathie sehr intensiv; sie fühlen sich oft tief von den Gefühlen anderer berührt. Diese erhöhte Sensibilität gegenüber äußeren Reizen kann dazu führen, dass laute Geräusche, grelles Licht, starke Gerüche oder auch „zu viel“ soziale Interaktion schnell überwältigend wirken.

In meinen Gemälden steht jede Schicht für eine eigene Lebensphase und eine Erinnerung. Die erste Schicht ist immer eine Découpage und dient als nostalgische Verbindung zu meiner Kindheit. Ich verwende alltägliche Materialien wie Papierservietten, gepresste Blätter und Sand – Elemente, mit denen ich bereits als Kind experimentiert habe. Diese Materialien verleihen dem fertigen Werk Struktur und Tiefe und verstärken die emotionalen Ebenen des Ausdrucks.

Im weiteren Prozess trage ich zusätzliche Schichten Acrylfarbe auf, die ich mithilfe von Checkkarten wie mit einem Rakel verteile. Dabei bewahre ich bestimmte Erinnerungen – teils zufällig, teils bewusst – indem ich sie mit Abklebeband schütze, sodass sie aus früheren Schichten wieder hindurchscheinen können. Gleichzeitig verblassen andere Erinnerungen und geraten unter neuen Schichten in Vergessenheit. Indem ich einzelne Erinnerungen gezielt übermale, insbesondere negative, schaffe ich Raum für neue Farben, die besser zum gegenwärtigen Moment passen und so die finale Komposition formen. Jede Schicht spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau des Gesamtwerks und fügt sich Schritt für Schritt in das Ganze ein.

Mit meiner Kunst möchte ich die Tiefe und Schönheit von Sensibilität feiern und einen Schutzraum schaffen – für hochsensible Menschen ebenso wie für nicht hochsensible –, in dem sie ihre eigenen Emotionen erkunden und mit ihnen in Verbindung treten können, in einer Welt, die oft Abstumpfung und Distanz verlangt.“

ÜBER Theresa Gondorf

Theresa Gondorf ist eine zeitgenössische Malerin, deren Werke sich mit individuellen Erinnerungen befassen, die jeweils in einzelnen Schichten dargestellt werden.

Geboren 1988 in Niedersachsen und aufgewachsen in der Region Osnabrück, begann Gondorfs Weg zur Kunst schon in jungen Jahren durch Erkundung und Experimentieren mit der Natur. Sie entwickelte früh Freude daran, die feinen Details der Natur in Mixed-Media-Experimenten festzuhalten, bevor sie sich zunehmend auf die Malerei konzentrierte.

Gondorf hat ihre Arbeiten unter anderem in Hamburg, Paris und Madrid ausgestellt. Heute lebt sie in Hamburg und Bayreuth und teilt ihr Leben mit ihrem Partner und einem Puggle namens „Freud“.

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, um über Neuigkeiten informiert zu werden: